Tourberichte
2014

  • Thomas Jacobi

    "Einfach Geil" von Thomas Jacobi

    Wieder einmal hatte ich mit meiner Tochter Manuela im Waldeck Quartier bezogen, nachdem wir am Samstag zunächst mit dem Rad bis Cranzahl und von da mit der Bimmelbahn nach Oberwiesenthal gefahren waren. Gegen 07:00 Uhr wurden wir durch einigermaßen bekannte Geräusche geweckt: dicke Regentropfen prasselten auf die vor unserem Fenster parkenden Autos sowie die Dächer. Erste Frage meiner Tochter: "Bei diesem Wetter willst du fahren?" Meine ihr bereits bekannte Antwort: "Nur der Tod entschuldigt." Dann allerdings fügte ich noch hinzu: "Bis um zehn ist es noch eine Weile hin,das wird schon."

    Also machten wir erst einmal in aller Ruhe Morgentoilette und begaben uns zu einem leckeren Frühstück. Ohne dem geht gar nichts. Kurz vor neun, es regnete noch immer, machte ich mich auf dem Weg zum neuen Starthaus am Parkplatz nahe des Hüttenbach-Viadukts. Dort traf ich einen Kegel-Mannschaftskameraden (Startnumer 551) und ich änderte den Tagesablauf für Manuela per Mobiltelefon. Sie fuhr mit der Familie meines Kegelfreundes mit und machte unterwegs jede Menge Fotos. :-)

    Ich hingegen holte meine Startnummer 37 ab. Aber dann: ca. 20 Minuten vor dem Start musste ich mal auf's Örtchen. Dort war etwas Stau, also hieß es warten. Knappe fünf Minuten vor dem Start war auch ich dann wieder draußen und reihte mich ziemlich weit am Ende der 600 Teilnehmer ein. Links neben mir entdeckte ich dann den nächsten guten Bekannten (ehemaliger Kegler, Startnummer 596), den ich am Ende der Tour sogar noch ein ganzes Stückbegleiten konnte.

    Der Start selbst dann verlief nahezu reibungslos. Die Anfahrt hinauf zur Vierenstraße und zum Bärenfangweg blieb ohne Zwischenfälle, dies auf jeden Fall ein Pluspunkt gegenüber den Vorjahren. Ein weiterer kam am Bärenfangweg in der Abfahrt hinzu, denn dort hatte man an der gefährlichen Kurve einen Ordner postiert, so dass es diesmal dort zu keinerlei Stürzen kam.

    In der Abfahrt ließ ich mich mit den anderen "treiben", bis kurz vor dem Floßzechenweg zwei Radler von hinten mit aller Macht an dem Pulk vorbei rauschten. fast wäre es da zur Kollision gekommen, aber die etwas "langsameren" hatten aufgepasst. Bis zum Bärenstein "schwamm" ich so in verschiedenen größeren Gruppen mit. Auf dem Berg schnell eine halbe Banane geschnappt und etwas Tee getrunken und es ging weiter. Wieder in einer Gruppe ging es dem Bärenstein runter Richtung Klappermühlenweg. Auch hier fuhr ich einfach nur mit, obwohl ich hätte schneller fahren können. Aber es lief ja auch meine kleine Videokamera mit, so dass ich auch nicht alles riskieren wollte. Einer tat es wohl doch, denn es gab vor mir dann doch einen Sturz an einer der beiden Bodenwellen. Folge: auf dem Klappermühlenweg kam uns ein Rettungswagen entgegen. Bleibt zu hoffen, dass dem Gestürzten nicht allzuviel passiert ist.

    Auf dem Weg hoch zur Kerzenwelt konnte ich dann etwas Zeit wettmachen. Die allerdings ließ ich auf dem ersten Stück Richtung Königswalde wieder liegen, da ich die halbe Abfahrt nicht an einem Fahrer vorbei kam. Als ich dies dann schaffte, hatte ich dann meinen Rhytmus. Das half mir allerdings nicht viel, denn auf dem Pöhlberg machte ich die nächste Pause, um Fotos zu machen und die Kamera zu reinigen. :-)

    Aber was soll's. Etwas Essen und Trinken nahm ich auch noch mit. Dann ging es mal ohne Unterbrechung und mit etwas Verspätung Richtung Scheibenberg. Aber auch dort wieder... Pause, weil halbe Banane, trinken und Foto. :-)

    Es folgte die Abfahrt vom Scheibenberg und ein Lockerschütteln der Muskeln auf der Abfahrt zum Unterbecken. Dort schnell vorüber und dann die Straße zum Oberbecken hoch bis es dann scharf links in den Unteren Lautenweg hinein ging. Dort holte ich dann einen etwas größeren Pulk ein. Den Roßbachweg hinauf hörte ich viele schnaufen und sah bereits einige laufen. Der eine oder andere kämpfte schon hier mit Krämpfen, dabei beginnt erst hier die (Tor)tour so richtig. Oben am Ende des Roßnbachweges angekommen, gab es wie in den Jahren zuvor den leckeren Haferschleim, den wohl nicht jeder mag, wie ich so mitbekam. Und wie im Vorjahr setzte dort ein strammer Regen ein. Ich zog noch die Regenjacke über und es ging nach etwa sieben oder acht Minuten Pause weiter. Glücklicherweise war der Regen vorüber, als ich fast in Richtung Ephraimhaus abbog. Unten am nächsten Kontrollpunkt angekommen, noch einmal eine kurze Zwangspause: Regenjacke wieder aus und ab in den Rucksack, denn die Sonne war wieder da.

    Die nächsten 28 Minuten waren ein gleichmäßiges Treten, wobei ich doch einige Radler überholen konnte. Auch dem folgenden Hundsmarterflügel kam ich bestens hinauf und ließ wieder einige Teilnehmer hinter mir. Gut gelaunt ging es Richtung Pfahlberg, wo ich Helmut Bley (Startnummer 596) einholte. Schnell ein Foto von uns und dann fuhr er auch schon wieder los. Ich nahm mir noch etwas Tee und machte mich ca. drei Minuten säter auf die "Verfolgung". Am Grundweg war ich dann wieder neben ihm und wir fuhren bis hin zur Wellenschaukel ziemlich gemeinsam dem Ziel entgegen. Er bog ein paar Meter vor mir in diese ein. Ich wollte wieder die kleine Videokamera am Lenker starten, griff daneben und hatte arg Mühe, nicht in die Büsche zu fliegen. Somit war Helmut nun etliche Meter weg, bis ich wieder in die Gänge kam. Durch meinen Fehlgriff konnte ich leider seinen Zieleinlauf nicht filmen. Macht aber nichts, denn die Zuschauer feuerten auch mich an, so dass ich nach 5 Stunden und 45 Minuten auch im Ziel ankam. :-)

    Trotz meines Missgeschicks bei der Einfahrt in die Wellenschaukel hatte ich komischerweise weder keinerlei Schmerzen oder gar Krämpfe. Ich fühlte mich durchweg einfach richtig gut, selbst wenn ich in den Anstiegen Druck in die Pedalen gab. Es reichte immer auch mal für einen flapsigen Spruch. So mussten sich irgendwo auf der Strecke ein paar Zuschauer auch dies gefallen lassen: "So schnell, wie ihr klatscht, kann ich gar nicht fahren."

    Im Ziel wurde ich bei Sonnenschein von Manuela empfangen. Kurz darauf jedoch prasselte der nächste Regenschauer herunter. Im Fichtelberghaus traf ich auf den jüngsten Teilnehmer der Tour: Jonas Dicty (10 Jahre jung) hatte diese gemeinsam mit seinem Vater Enrico bewältigt. Leider hatte ich beide auf der gesamten Strecke nicht einmal gesehen, kenne auch deren Endzeit nicht. Dass der Junge aber so eine Tour mitfährt... mein lieber Mann. Ich würde dies meinen Kindern in diesem Alter niemals zumuten wollen.

    Wie wir so uns unterhielten, ka dann ein ganz spezieller Freund nach sieben Stunden Fahrzeit auf dem Fichtelberg an: Pfarrer Franz Scharfenberg (Startnummer 183). Er gehört zu dieser Tour wie die Erfinder derselben. Womit ich jetzt einen Bogen zu den organisatoren und Betreuern gefunden habe:

    Vorweg erst einmal ein ganz dickes Dankeschön an all jene, welche für das Gelingen der Vier-Hübel-Tour beigetragen haben, ob Organisatoren oder Helfer bzw. Streckenposten. Der Start vom Parkplatz beim Hüttenbach-Viadukt aus hat sich meiner Meinung nach sehr bewährt, da sich das Teilnehmerfeld auf der breiten Straße schön verteilen konnte. Bewährt haben sich auch die Streckenposten an den gefährlichen Stellen wie die Kurve am Bärenfangweg oder oberhalb der Brettmühle in Richtung Königswalde auf der dortigen Schlammpiste, ohne die anderen außen vor lassen zu wollen. Ich denke, dass es durch diese Ordner zu weniger Abflügen kam wie in den Vorjahren. Ebenfalls sehr lobenswert der Rückweg am Flößgraben entlang oberhalb des Radweges. Dies sollte meiner Meinung nach unbedingt beibehalten werden.

    Alles in allem wieder eine gelungene Tour, die auch wettermäßig alles bot von Sonnenschein bis Regen, Wind und sogar etwas Hagel.

    Thomas Jacobi
  • Pfarrer Franz

    Der Vier-Hübel-Tour-Bericht von Pfarrer Franz

    Das achte Mal bin ich nun mitgefahren. Nach der siebenten Tour habe ich einmal die Vier- Hübel-Tour in Verse gefasst. Anschließend noch ein paar Notizen, wie es dieses Jahr war. Die Vier-Hübel-Tour Die Mountainbike Vier-Hübel-Tour nimmt wieder ihren Lauf: Der Startschuss knallt, das Band zerreißt, 600 hocken auf. Die Radler ziehn am Hang die Vierenstraß’ entlang. Und Wiesenthals Gefild’ schmückt buntes Radlerbild. Der Sparingberg war eine erste Probe: „Reicht meine Kraft? Komm ich nach oben?“ Die Bewährung für die Bremsen folgt sogleich, wenn der Radlerzug den Bärenfangweg erreicht. Ein böses Stück bei jedem Male, hast du hier zu viel Schuss zu Tale. Da ist schon mancher hart gestürzt und hat die Tour für sich verkürzt. Es bleibt für sie dann nur zu hoffen, dass die Ärzte die weitere Behandlung gut getroffen. Noch ärger ist’s, wird man geschubst von einem jener Experten, die die friedliche Hübeltour für sich als aggressives Rennen werten. Die haben manchen schon zu Fall gebracht und sich dann aus dem Staub gemacht. Bei Thomas ist’s vor Jahren noch mal gut gegangen, weil ihn die Kratzbeerhecken aufgefangen. Zwar nichts gebrochen war’s doch eine arge Plage, zerkratzt, zerschrammt herumzugehn die nächsten Tage. Die Luft im Reifen ist bei manchen ein Problem. Man sieht sie reihenweis’ am Wegrand stehn, wie sie sich über ihre Reifen bücken: Schlauch wechseln oder flicken! Und zeigt sich dir der Bärenstein, recht stattlich mit dem Goldkämmerlein, dann lass die Wadenmuskeln spielen, sie sollen mal so recht den ersten Hübel fühlen, sie sollen jetzt den ersten Hübel zwingen, unterm Jubel derer, die dir Ansporn bringen. Da ist der erste Punkt auf’s Nummernschild gedrückt. Ha! – Nummer 1! Das wär’ geglückt! Das stärkt die Zuversicht, da fasst du Mut: Hast diesen Berg gepackt, da wird auch alles gut, und stürzt dich eilends in den Wald hinab, doch vorsichtig und sachte, sonst wirft das Ross den Reiter ab. Des Pöhlbergs Kuppel grüßt uns schon mal über die Richterstraße, noch imposanter wirkt sie über Königswaldes Gassen. Da wirkt sie wie ein hoher Dom just überm Pöhlatal. Das zieht und motiviert und du vergisst des Marktsteigs Qual. Der zweite Punkt ist auch gewonnen, und alle Selbstzweifel zu Nichts zerronnen. Der Jubel der Massen an der Piste hat es dir bestätigt: Du bist doch wer und noch lange nicht erledigt. Der Scheibenberg ist der letzte Hübel, den wir als richtigen Berg erblicken, wenn wir ihm allmählich näher rücken. Über die alte Poststraße grüßt uns sein Profil und lockt uns so zum nächsten Ziel. Und kommst du näher an ihn ran, da heißt es oftmals kämpfen, Mann! Denn so ein garst’ger Wind weht um sein Haupt, dass man nicht anzukommen glaubt. Das Feld hat sich dem Wind verschworen und faucht ihn dir um beide Ohren. Gottlob, geschafft, die Leute jubeln dich nach oben. Also hurtig getreten! Sollt’s krampfen, wird geschoben. Punkt Nummer Drei, das ist doch schon die halbe Miete. Ich staune, wie ich mich selbst überbiete. Die Stimmung, die Laune, die Vielen, die sich mit mir mühn, was macht’s da, wenn die Oberschenkel hart, die Waden glühn? Der zweite Teil der Tour steht unter dem Verdikt, dass man nie einen Hübel mehr erblickt so richtig wie die ersten drei von Weitem, hoch und schön und frei. Vergebens siehst du dich jetzt um nach dem jubelnden Publikum. Nur Has und Rehlein spähen scheu von Weitem – was das für ein Aufzug sei. Jetzt fährst du durch drei Täler, endlos lang, das macht so manchem Radler Bang’. Die Zuversicht, die auf drei Hübeln ward gewonnen, ist spätestens am Rossbachweg zu Nichts zerronnen. Du reihst dich ein in den Reigen der Krampfgeplagten, die zu Fuß raufsteigen. Und wer im Sattel bleibt, hat jenen Härtetest bestanden, den die Gründer der vier-hübel-tour vor vielen Jahrn erfanden. Am Oberbecken erneut das warme Wundermus die Kräfte und reguliert die aufgebrauchten Lebenssäfte. Und hochbeglückt stürzt du dich ins Vergnügen: Rund um den Hochspeicher hinab zum Efraimshaus zu fliegen. Doch weh! – Der Mückenbachweg hat seine Tücken, die verbirgt er den geübten Blicken, dass man recht durchgeschüttelt den vierten Punkt sich sauer verdiene. Du lässt ihn dir geben mit Siegermiene. Der Friedrichsgrund ist sicher das schönste Tal, Dagegen ist der Hundsmarter allein vom Ansehn eine Qual. Er drückt die Stimmung ganz darnieder. Du denkst vielleicht: „Einmal und nie wieder!“ So ist der Anstieg zum Pfahlberg nicht von Übel, und doch führt er auf keinen richtigen Hübel, obwohl er typisches Hübelfeeling weckt. Das macht das Tischlein – reich gedeckt! Ein Lob der guten Versorgungslage! Grad auf den „Nicht-Hübeln“ gibt es Spezies – ganz ohne Frage! Berühmt weit im Land ist das gute Mus. Am Pfahlberg gibt es Würste im Überfluss. Dazu nette Mädels, die uns servieren! Man möchte nur ihretwegen die Tour ausführen. Die Ziege steht, gibt letzten Mut. Ist sie erreicht, wird’s endlich gut. 4 Kilometer noch – das können wir knicken und unsre Hübeltour wird glücken. Und auf der Wellenschaukel sind sie wieder da, die Jubler, und sie rufen laut: „Hurra!“ Was Tourerfahr’ne dir verheißen, ist erfüllt: Du wirst hier regelrecht raufgebrüllt. Du nimmst das allerletzte Quäntchen Kraft: Nur zu, nur zu, gleich ist’s geschafft. Schon wirst du herzlich laut begrüßt, gefeiert, weil du angekommen bist. Dein Name erschallt, wird öffentlich ausgerufen! Dein Selbstwertgefühl steigt um viele Stufen, so wie du eben noch stiegst aus Mittweidatals Grunde auf den Fichtelberg! – Welch glückliche Stunde! Die Kartoffelsuppe tröstet die geschundnen Glieder. Und dein Entschluss steht fest: „Nächstes Jahr komm ich wieder!“ Eine neue Zeitrechnung regiert jetzt dein Leben: Es wird fortan ein „Nach“ und ein „Vor der Tour“ geben. * * ** * * * * * * * * * * * So möchte ich auf diese Weise danken jenem großen Kreise im Sportverein, den Helfern, den Sponsoren, die uns ermöglichen stets neue Touren, der Polizei, den Straßensperrern, den Behörden, die dafür sorgen, dass uns niemand störe, den Sankras und dem Rettungspersonal, die zur Stelle sind, kommen wir zu Fall. Und jenen, die an der Strecke stehn, uns reichlich mit Applaus versehn. Sogar der Letzte wird noch damit bedacht! Das ist ’ne Tour, die wirklich Freude macht! Soweit meine Verse anlässlich meiner achten Teilnahme. Nun noch ein paar Notizen zum diesjährigen Verlauf. Im Vorfeld der Tour hatte ich ein paar gute Gelegenheiten, meine Bergkondition zu erhalten, so schon in dem milden Winter, wo ich statt Skilanglauf ein paar Radtouren machte. Die Woche vor Beginn der Tour war ich mit Kindern in Schwarzenberg zelten. Da konnte ich die Beine an die Berge zu erinnern. Es war aber auch eine willkommene Chance, den Körper auf das Temperaturniveau zu trainieren, das seit der globalen Erderwärmung das Erzgebirge beherrscht. Zwar kenne ich gegenteilige wissenschaftliche Meinungen durch die Lektüre von Herrn Reichholf und Herrn Behringer, die beide die letzten tausend Jahre Natur- und Kulturgeschichte klimatisch untersucht haben. Ich bin geneigt, ihnen recht zu geben. Aber die Erderwärmung ist nun mal beschlossene Sache und ich versuche mich diesbezüglich korrekt auszudrücken. Wir genossen also im Zeltlager die inzwischen frostfreien Nächte und machten uns nichts aus Tagestemperaturen im zweistelligen Bereich und gelegentlichem Sonnenschein... Zum Start und für die Fans an der Tour wollte ich in diesem Jahr mein Fiedler-Trikot offen zeigen und nicht unter einer pelzgefütterten Windjacke verbergen. Dazu musste ich meiner Haut die Fähigkeiten jener Windjacke antrainieren. Der Erfolg war mäßig, wie jeder am Start sehen konnte: eine Windjacke, wenn auch nicht pelzgefüttert, verdeckte den Fiedler. In der Nacht hatte es nämlich einen Temperatursprung gegeben, auf den ich nicht richtig warm trainiert war. Später konnte ich zwar die Windjacke in der Tasche lassen, aber der Mut, klimakonform gekleidet zu sein, brachte mir eher Verwunderung statt Anerkennung ein. Ich musste das Personal an den Serviceständen immer erst auf die globale Situation aufmerksam machen, was oft den berühmten Aha-Effekt auslöste. Deshalb hier schon mal meine Hochachtung vor ihrer Leistung, für uns stundenlang in dem neuen Temperaturniveau ausgeharrt zu haben. Ihre erwartungsvolle Frage an mich, ob ich endlich der Letzte sei, hätte ich gerne mit einem erlösenden „Ja“ beantwortet. Bis zum Scheibenberg war ich ja ganz weit hinten aber eben nicht der Letzte. Hoffentlich hat sich keiner was getan in dem neuen Klima. Zu Beginn fuhr ich über die Startlinie noch neben Jonas, dem Zehnjährigen, aber schon an der Vierenstraße schaute ich dem Tross in gemessenem Abstand nach. Ich genieße immer das Bild, wenn sie so auf das Rote Vorwerk den Hang hinauf radeln. Später im Wald leuchteten mir die bunten Rucksäcke der hinteren Reihe vom Pulk so fröhlich zu: Ein letzter Gruß der 599. Erst am Bärenstein konnte ich einigermaßen zur Tour aufschließen. Der Beginn fast jeder Tour verläuft bei mir sehr zäh. Deshalb wunderte es mich nicht, so am Ende allein zu radeln und nur hie und da einen zu sehen, der flickt, oder dem armen Kerl ein Beileid zuzurufen, dessen Rad schon am Bärenfangweg/Eisenbergstraße aufgegeben hatte. Aber Zweifel fechten mich jedes Mal an, ob ich denn diesmal die Tour schaffe. Das Goldkämmerlein ist zwar ein tröstlicher Anblick, aber rein subjektiv bleibt für mich der Anstieg auf diesen ersten Gipfel der schwierigste der ganzen Tour. Den Rossbachweg nahm ich viel leichter und im Friedrichsgrund war ich wieder so verwegen, an ein paar Radlern singend zu vorbei zu fahren. Aber das war später und darauf hatte ich gehofft, als ich mich am Bärenstein redlich abmühte. Der Durchbruch kam wie so oft, wenn ich da oben so freundlich empfangen werde, wenn die Laola-Welle abgeht und die ersten guten Happen die Kondition erneuern. Auf dem Bärenstein war es auch, dass ich mich zu einer Magnesiumtablette überreden ließ ganz nach dem Motto: Nimm zwei! Dabei bin ich auf die krampfmildernde Hauptwirkung gar nicht angewiesen. Über die Nebenwirkung, die bei mir nun Hauptwirkung wurde, klärte man mich erst am Pöhlberg auf, als man mir dort abermals eine Tablette anbot. Sie habe treibende Wirkung... Immerhin war das insofern wichtig, dass ich nun wusste, woran ich war und mein neues körperliches Verhalten nicht mit Krankheit oder den global neuen Temperaturen in Verbindung bringen musste. Sonst hätte ich nach der Tour einen Facharzt aufgesucht. So aber blieb es bei unzähligen Besuchen in der Natur, die mir natürlich die Tour zeitlich etwas verlängerten. Die Wirkung hielt auch noch später an, als ich nach Schwarzenberg ins Zeltlager zurückfuhr und im dichter besiedelten Gebiet den Tabletten gehorsam sein musste, wo weit schwerer was zu finden war. Erst gegen Mitternacht durfte ich in einen ungestörten Schlaf sinken. Nie wieder Magnesium! Die Abfahrten – o weh, die Abfahrten! Bei der Tour zähle ich jedes Mal nicht die Anstiege sondern die Abfahrten. Sie sind verheerend für mein Gemüt und meine Hände, die krampfhaft die Bremsen halten, und sie haben auch bei der achten Tour nichts von ihrem Schrecken für mich verloren, deshalb zähle ich sie rückwärts: Es beginnt mit dem Bärenfangweg Nummer 8, am Bärenstein zähle ich 7 und 6, nach Königswalde Nummer 5, Sehma Nummer 4 und vom Scheibenberg Nummer 3, der Mückenbachweg hat die 2 und die 1 ist der letzte Schuss ins Mittweidatal. Auf dieser Letzten kann ich endlich mal absausen. Wie ich aber die Übrigen runterbolzen soll, das werde ich nie mehr lernen. Wer das Abfahren lernt, das ist zurzeit der Jonas, unser jüngster Tourteilnehmer. Ich hatte die Ehre, am Start neben ihm zu stehen. Wir waren vergangenes Jahr ein Stück zusammen geradelt. Dann sah ich ihn nur noch zweimal mir entgegenfliegen (Jonas heißt „Taube“), als er mir auf dem Bärenstein und später am Pöhlberg entgegenkam. Erst am Ziel trafen wir uns wieder. Zurzeit trainiert er Downhill am Kohlberg in seiner Heimat. Ich will gerne glauben, dass für ihn das Runterbolzen – vielleicht auch ein geübtes Fliegen – ein Vergnügen ist. Die Abfahrt 8 den Bärenfangweg hinunter kostete mich viel Zeit. Die Abfahrt 7 vom Bärenstein war eine reine Schütteltour über die Basaltsteine, die Abfahrt 6 dagegen eine Art Klettertour, Wurzel für Wurzel wie über eine Treppe, später bunt gezeichnete Steine – danke für diesen Service! Die Nummer 5 nach Königswalde ist überhaupt sehr komplex. Danke für die Wächter im Waldesdunkel! In Königswalde freue ich mich immer auf meine alte Bekannte, die am anderen Ende auf mich wartet, mich umarmt und mir heimlich Schokolade zusteckt, wie andere Gels oder Drinks bekommen. Der Pöhlberg hat auf mich eine stärkende Wirkung. Vielleicht ist das seinerseits ein spätes Dankeschön, dass ich ihn so oft in meiner Annaberger Zeit in aller Herrgottsfrühe beradelt habe, um von seinem Gipfel den Sonnenaufgang zu sehen. Er machte mir die Auffahrt leicht und ich spürte kaum die Mühen, die andere am Marksteig haben. Ganz anders der Scheibenberg: Er muss meine Verse gelesen haben. Er schien voller Rachgelüste zu sein. Dabei hatte ich doch nur die Wahrheit geschrieben über seine Winde. Aber nicht jeder verträgt die Wahrheit. Das ist bei den Bergen wie bei den Menschen. An der Ostseite jagte er uns erste kalte Böen entgegen, wie wir von Walthersdorf auf’s Feld kamen. Dort fuhr auch ein Trabi auf der schmalen Straße ein privates Rennen, vielleicht eine Schumi- Gedächtnis-Fahrt. In eleganten Rennwagenkurven zog er an mir vorbei, erst halb übers Feld links, dann rechts auf zwei Rädern... Das Motorengeräusch war ganz das vom Großen Preis. Doch mit dem Wind hatte der Scheibenberg kein Glück. Die Hecke am Feldweg hielt ihn von uns ab, weil er aus nördlicher Richtung kam. Dieser Misserfolg muss ihn so erzürnt haben, dass er nachher bei der Abfahrt Nummer 3 auf seiner Westseite nicht nur mit neuen Sturmböen tobte sondern auch noch Regengüsse aufbot. Nun ja, wenn es bergab geht, sind auch stürmische Winde weniger wirkungsvoll. Außerdem bin ich seit meiner Kindheit gewohnt, kalt zu duschen. Scheibenberg – was sollte das? Klarer Fall, dass ich auf dem Plateau ohne Windjacke im Fiedler-Trikot ankam – immerhin hat Fiedler in Oberscheibe seinen Stammbetrieb – und der Verpflegungsmannschaft, die der Erderwärmung noch nicht so Herr wurde, mein Spottliedchen auf den Berg vorsang: Scheibenberg, wir haben dich, Scheibenberg, du bist so frisch, Scheibenberg, du bist so nass! Scheibenberg, wie kommt denn das? Das war mir während des Aufstiegs so in den Sinn gekommen, nachdem mich die Bärbel an der Schanze gedrückt hatte, wo sie mich im Wintermantel abpasste. Ein bisschen Blödelei. Mehr war nicht drin, mehr hatte der Berg nicht verdient. Aber die oben Eingemummelten wird es hoffentlich gefreut haben. Es ging nun immer besser mit den Beinen wie mit der Temperatur. Irgendwann zwischen Unterbecken und Oberbecken falle ich bei jeder Tour in eine Art Trance. Eine Anstrengung wie anfangs den Bärenstein hinauf, spüre ich kaum noch. Ich radle langsam, aber offenbar so beständig, dass ich an anderen sachte vorbei ziehe – ziehen muss. Und es drängt sich das Singen oder Pfeifen auf, wenn nicht grad mal die Luft knapp wird. Die landschaftlichen Reize des Friedrichgrundes und des Mittweidatales tun ein Übriges. Hier muss ich den Hundsmarter lobend erwähnen. Er hat mir meine Schmähungen überhaupt nicht verübelt, im Gegenteil, er hat sich sehr gebessert. Der Scheibenberg sollte sich an ihm ein Beispiel nehmen! Den trostlosen Stangenwald formte er um zu einem würdigen Baumspalier, das uns achtungsvoll hinaufgeleitete. Für seinen Anblick kann er nichts, er sieht nun mal schrecklich aus von unten, aber er hat die Steigung sehr gemildert, der Belag war ja schon verbessert. Zudem schickte er mir einen Grumbacher zur Seite, der aus purer Kraftersparnis sein Rad schob und sich mit mir ein wenig unterhielt. So verging auch diese Strecke angenehm und leicht. Zu bewundern waren wieder die geduldigen Riegen der Helfer, die uns Herz und Magen erfreuten mit ihrem Mus, den Tees und Würsten und vor allem ihrem Lächeln, das kein neuer Temperaturrekord zunichte machen konnte. Die Frage nach dem Letzten wurde auch nicht mehr gestellt, zu viele waren sichtbar hinter mir. Obwohl: merkwürdigerweise auch wieder vor mir. Den Grumbacher überholte ich ein zweites Mal auf der Rollerstrecke sehr zu meiner Verwunderung. Wo er an mir vorbei gezogen war? Am Pfahlberg. Ich weiß nicht, wie kurz man an so einem Verpflegungspunkt verweilen sollte, um nicht überholt zu werden. Ankommen, ein Hurra und ein kleiner Plausch, ein Liedchen, ein Becher Kühles und oder auch das warme Mus oder Wurst oder Bananen – diesmal sogar Kuchen am Oberbecken... Da halte ich es lieber mit Thomas, der vor zwei Jahren am Pfahlberg eine dreiviertel Stunde auf mich gewartet hatte, nur um Eisenschweinwettheben mit mir machen zu können. Es geht ja um nichts und nachher will man gute Erinnerungen haben, auch an die netten Mädels und Jungs an den Verpflegungspunkten. Der Fichtelberg schickte über die Rollerbahn einen kleinen Schauer. Vielleicht hatte sich in den Wolken herumgesprochen, dass ich im Zeltlager nicht so gut an eine Dusche gekommen war und sie wollten gerne diesem Mangel aufhelfen, zudem mit feinstem, bestem Regenwasser und ganz ohne Sturmböen. Das sollte der Scheibenberg mal nachmachen. Oben standen wieder die Fans und brüllten uns ins Ziel, welche Freude! Aber gleich nach meinem Begrüßungslied floh ich ins Trockene und zog mich um, denn ich hatte selber genug von dem neuen Klima. Das Fiedler-Trikot musste ich auch niemand mehr zeigen. Thomas und Jonas traf ich oben und wir tauschten uns gleich aus. Ich sah Bilder, wie Jonas mit dem Rad von einer Schanze springt! In der Gaststätte bereitete ich mich auf den letzten Akt vor: Zurück ins Zeltlager nach Schwarzenberg. Ich beneidete Jonas und seinen Vater: Sauna und Hotelbezug! Das wäre mir jetzt auch viel lieber gewesen, aber Dienst ist Dienst...Vor allem meine kalten Füße musste ich vor der langen Abfahrt wieder erwärmen. Ich habe auch das Zeltlager überlebt, die Nacht war ja frostfrei... Was die Temperaturen anbelangt, so gab es immerhin zweistellige Spitzenwerte von 12° C, in den Tälern zeigte mein Thermometer überwiegend einstellige Werte, an der Mittweida bis zu 5° C. Dass der Fichtelberg das nicht halten konnte, sondern mit 7° C punkten musste, mag der Erderwärmung recht geben. Es war im Ganzen eine coole Tour sowohl im ursprünglichen Sinn des Wortes, als auch im übertragenen, wertschätzenden Sinn: sie war supercool. Aber Vorsicht mit den Superlativen! Cool ist steigerungsfähig. Wenn es so weiter geht, kommen wir sicher mal mit dem ersten Schnee ins Ziel. Und nicht auszudenken die Freude unserer Nachfahren, wenn sie dermaleinst die vier-hübel-tour auf dem Fichtelberggletscher beenden... Mit einem herzlichen und dicken Dankeschön an alle Helfer und Teilnehmer und Jubelgäste verbleibe ich mit dem Gruß des Erzgebirges: Glück Auf!
    Pfarrer Franz
  • Philipp Hartung

    Tourbericht von Philipp Hartung

    Am 24.8.2014, fast genau 1 Jahr nach meinem schweren Sturz, stand ich wieder am Start dieser Radtour. Ich wollte nur "gemütlich" die Runde abhübeln, den Wettkampfmodus habe ich mir für dieses Jahr gespart. Dies plane ich im nächsten Jahr wieder. Der Wecker klingelte in der Frühe, nach kleinem Frühstück mit dem MTB zum Teamkollegen Thomas geradelt und dort in den PKW mit Ziel Oberwiesenthal abgedüst. Wir waren zeitnah an der neuen Anmeldung und mussten knapp 10 Minuten bei widrigen Wetterbedingungen ( 8°C + Nieselregen ) ausharren, ehe wir unsere Tourunterlagen erhielten. Danach mit dem PKW auf den letzten Parkplatz unterhalb des Fichtelbergs hochgefahren und die Teamkollegen begrüßt. Das Wetter war mittlerweile sehr mies, es regnete teilweise in Strömen und das Thermometer im Auto zeigte 4°C an. Nach etwas Plauderei ging es bei nun mehr "trockenen" Verhältnissen ans Umziehen. Lange Sachen waren diesmal bei mir Pflicht und da ich ohnehin einen kleinen Rucksack mit mir führte, konnte ich unterwegs bei Bedarf die störenden Trikots ausziehen. < /br> Auf der Abfahrt vom Parkplatz hinunter zum Start wurde man alleine durch die nicht abgetrocknete Straße bereits von unten nass. Der Start erfolgte dann pünktlich 10 Uhr und wir 3 ( Thomas, Olaf und ich ) rollten mit dem Feld Richtung Bärenstein gemütlich los. Bereits nach dem Start im Ort sah man die Spitzengruppe so langsam enteilen. Die Abfahrten ließ ich es langsam angehen, im Hinterkopf noch die Erinnerung ans letzte Jahr. Mein Ziel war der Fichtelberg, nicht mehr und nicht weniger und dies soweit wie möglich zusammen mit meinen beiden Teamkollegen zu erreichen. Am Anstieg zum Bärenstein kam dann doch noch die Sonne hervor und es wurde sehr warm. Auf dem Hübel angekommen entschloss ich mich, meine langärmligen Sachen in den Rucksack zu verstauen. Meine Teamkollegen rollten inzwischen weiter, wohlwissend, dass ich nach ein paar Kilometern wieder zu ihnen aufschließen werde. An der Waldabfahrt nach dem Bärenstein kam ich an meiner Sturzstelle in gemäßigtem Tempo vorbei und siehe da, nach der Doppelquerrinne lag bereits wieder ein Radler auf dem Rücken am Rand der Strecke. Sofort kamen Erinnerungen in mir hoch und ich musste mit dem Kopf schütteln, wofür wir Hobbysportler dies immer wieder tun. Auf der Straße kam bereits der Rettungswagen mit Blaulicht entgegen. Am Plattenanstieg in Königswalde Richtung Pöhlberg traf ich dann auf meine Teamkollegen und wir rollten die nächsten Kilometer dem wartenden 2. Hübel entgegen. An den Anstiegen fuhr ich mein eigenes Tempo, um dann bei der Verpflegung auf meine beiden Begleiter zu warten. Es ist schon erstaunlich, wieviele Sportfreunde man bei "Renntempo" im Mittelfeld überholt, was mir sonst bei meinen Rennen eher weniger passiert. Nach der kurzen Verpflegung ging es die Asphaltstraße Richtung Feld hinunter und über einen kleinen neuen Streckenteil dem nächsten Hübel entgegen. Wir 3 hielten uns die Zeit mit Faxen, dummen Sprüchen und sonstigen Erheiterungen kurz und ein paar unserer Begleiter in einer größeren Gruppe mussten auch hin und wieder schmunzeln, obwohl denen bei den Anstiegen gar nicht danach war. Am Fuße des Scheibenberg ankommende wieder das gleiche Spiel wie bisher: ich fuhr aus der Gruppe heraus mein Tempo und wartete oben. Unterwegs kam mir Kumpel Ronny entgegen. Vom Scheibenberg ging es dann hinunter ins Tal nach Markersbach zum Unterbecken. Von einem enthusiastischen Streckenposten bekam man dort den Rückstand auf die Spitze mit 32 Minuten angegeben und positionsbedingt auf Platz 128 liegend. Gar nicht mal so schlecht, da wir weder Wettkampf- noch gemütliches Trainingstempo anlegten. Von hieran begann der finale Anstieg zum Oberbecken. An der steilen Rampe im Wald bekam Thomas Krämpfe und er quälte sich Meter um Meter die Piste hoch. Auch machte ihm sein Sturz beim Heavy24 noch einseitig Probleme, sodass er aus unserer Gruppe von ca. 6 Mann herausfiel. Ich lies mich zurückfallen und gab ihm moralische Unterstützung, dass der nächste Verpflegungspunkt nicht mehr weit sei. Dort ankommend gab es den berühmten Haferschleim. Nach rund 5 Minuten Aufenthalt radelten wir weiter zum Oberbecken, einmal fast herum und die lange Abfahrt zum Ephraimhaus hinunter. Thomas flog wortwörtlich die Piste runter, Olaf und ich ließen es gedämpft angehen. Bis zum Ephraimhaus war das Wetter in Ordnung, es schien öfters die Sonne und die Temperaturen waren auch erträglich. Dies sollte sich die nächsten Kilometer ändern. Wir waren mittlerweile nur noch zu dritt und bei Thomas ließen die Krämpfe nicht nach. Ich verabschiedete mich derweilen nach vorne, um mein gewohntes Tempo bergan durchzuziehen und noch ein wenig auf Platzierungsjagd zu gehen. Thomas und Olaf blieben zurück und hübelten alleine weiter, ich wusste aber, dass Aufgeben bei diesen beiden Langstrecklern nicht in Frage kam und sie sicherlich nicht weit hinter mir ins Ziel kommen würden. Auf dem langen Weg nach oben rollte ich an so manchem Biker vorbei, der schon auf der letzen Rille unterwegs war und den leichtesten Gang kurbelte. Ich hatte immer noch das große Blatt vorne drauf und konne somit meine gewohnten Züge durchziehen. Am kurzen Flachstück der Rittergrüner Flößbahn merkte ich aber plötzlich, dass die Kräfte aus meinen Beinen entwichen, die nächste Asphaltrampe aber noch bewältigt werden musste. Bereits dort begann dann schleichend ein kleines Leiden. Oben ankommend war ich ziemlich fertig und konnte die kommenden Kilometer der Straße entspannter angehen. Das Wetter war mittlerweile richtig mies, es regnete ziemlich stark. Den letzten Verpflegungspunkt ignorierte ich gänzlich und rollte die letzte Abfahrt hinunter. Den Anstieg zur Ziege hoch ließ ich es etwas langsamer angehen, weil meine Beine sowieso nicht mehr richtig mitmachten. Ab da fuhren dann einige der vorher überholten Biker an mir vorbei, was sich obendrein nicht sehr positiv auf meine Motivation auswirkte. Die Kurbelleistung wurde immer unrunter bei mir, selbst den leichten Anstieg über die Rollerbahn hatte ich arg Probleme. Ich schaute mich immer wieder um, aber hinter mir war keiner mehr und dies sollte sich bis ins Ziel auch bewahrheiten. So langsam konnte ich dann auch nicht gewesen sein, mir jedenfalls kam es aber schneckenmäßig vor. Als dann die Wellenschaukel in Sichtweite kam und die Zuschauerzahl trotz des miesen Wetters zunahm, wollte ich einfach nur noch ins Ziel kommen. Fast stehend k.o. musste ich dann auch noch die letzte Schotterrampe auf das kleine Kettenblatt vorne runterschalten, was ich sonst nie benutze. Platz 100 nach rund 4:30 h war der Lohn meiner rasanten Zielhatz beginnend ab dem Ephraimhaus. Kurz nach mir kamen dann bereits Olaf und Thomas ins Ziel, wir ließen uns schnell die Nudeln schmecken, währenddessen die Bergkönige Guido Assmann und Dr. Sebastian Ortmann sowie die Bergkönigin Lisa Schubert ausgezeichnet wurden. Fix danach ging es zum PKW, Umziehen, Einpacken und nichts wie nach Hause. Es war wieder eine gelungene Veranstaltung, leider ab diesem Jahr ohne offizielle Ergebnisliste ( ich nehme an, es waren in der Vergangenheit zuviele schwere Stürze ). Ich habe mich aber selbst an die Tastatur gesetzt und eine "inoffizielle" Ergebnisliste aufgestellt, so wie sie bisher immer eingestellt war. Das dieses Jahr "nur" 468 Biker das Ziel erreichten lag weniger an Stürzen, sondern an viel mehr Aufgaben und deutlich weniger als 600 Startern bei den widrigen Wetterbedingungen. Schade eigentlich, denn diese Veranstaltung hat das nicht verdient. Ich bin nächstes Jahr wieder am Start, dann in zügigerem Tempo und hoffentlich besserem Wetter.
    Philipp Hartung
  • Uwe Sending

    Vier – Hübel – Tour 2014 von Uwe Sendig

    2014 wollte ich ein lang gehegtes Ziel erreichen – endlich einmal unter 6h bleiben. Für viele der Teilnehmer, mit denen ich meine inzwischen 8. Vier Hübel Tour absolvierte, wäre diese Zeit eher eine Enttäuschung, aber als aktiver Volleyballer ist Radfahren nicht wirklich die ideale Ergänzungssportart. Nun gut – der Sommer diesen Jahres brachte mir eine gute Vorbereitung mit ca. 1200km in den Beinen (u.a. einige Bergkilometer und Höhenmeter in den französischen Alpen), ein paar Pfunde weniger auf den Rippen und ein gut vorbereitetes Sportgerät. Die Unterbietung der 6h Marke schien realistisch. Um keine Ausrede mehr übrig zu haben wie z.B. unausgeschlafen, lange Anfahrt ..... nahmen wir eine Einladung unserer Freunde in Sehma zum Übernachten dankend an. Am Vorabend haben wir noch die „Barbara Uttmann“ in Annaberg beehrt und uns doch die eine oder andere Ausrede in Form von dunklem Bier gegönnt. Schade dass das Wetter dem Veranstalter in Annaberg einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Aber das Wetter am Samstagabend hätte im Vergleich zum Sonntag noch als „gut“ bezeichnet werden können. Sonntag Morgen: Kurz nach 7:00 Uhr war Wecken, dann in Ruhe frühstücken und mit 2 weiteren „Hüblern“ sind wir gegen acht nach Oberwiesenthal gestartet. Roland Knutti – unser Fahrer hatte sich hinsichtlich Startpunkts .... sehr gut informiert und so waren wir überpünktlich zur Startnummernausgabe. Mike Schubert - man kann Ihn sicherlich auch als Urgesteine der 4 Hübel tour bezeichnen () – musste seine fehlende Listung klären – aber auch das war bei der Top Organisation kein Problem. Nur mit der Wetterplanung hat der OSV irgendwie ein „Problem“ – beim Anstehen hat es uns bei ca. 7°C richtig schön eingeseift. Kurz vor 10:00 Uhr haben wir drei uns dann im hinteren Drittel des Starterfeldes eingereiht – Mike mit der festen Maßgabe es langsam angehen zu lassen, was am Schluss bei 4h 22min jeder selbst bewerten darf – verständlich, die letzte 4 Hübel Tour hat er mir 3 gebrochenen Rippen im Krankenhaus „beendet“. Punkt 10:00 Uhr fiel der Startschuss und nach vier Minuten rollten wir auch über die Startlinie. Die neue Streckenführung zu Beginn nahm dem ersten steilen Anstieg die Gefahr der letzten Jahre – alles reihte sich schön aneinander und es gab kaum Stillstand oder Stürze. Irgendwie hatte ich das Gefühl es ging im gesamten Feld ruhiger zu als in den vergangenen Jahren. Die ersten steilen Abfahrten Richtung Cranzahl verliefen ohne Zwischenfall und auch die langen Asphaltstrecken wurden in der einen oder anderen Gruppe bei dem einen oder anderen Plausch recht schnell angegangen. Einer jungen Dame mit „Fiedler Bräu“ Trikot konnte ich sogar Windschatten anbieten. Kurz vor der Bärensteinauffahrt wartete meine Frau und Heike Schubert auf mich und es gab die ersten Aufmunterungen. Inzwischen war die Sonne draußen und ich entledigte mich meiner (geborgten) Handschuhe was sich noch als Fehler herausstellen sollte. Den Bärenstein ging es recht flott hinauf, den ersten „Punkt“ abgeholt und gleich wieder runter. Auf der Bärensteinumrundung und der abschließenden Abfahrt konnten es dann ein zwei Mountainbiker doch nicht lassen und überholten an „unschönen“ Stellen. Wie zur Mahnung lag kurz vor der Ausfahrt aus dem Wald an der bekannten „Sprungschanze“ ein Biker im Wald und der Sankra war auch schon da. Ich hoffe dem Gestürzten ist nicht allzu schlimmes passiert. Dem Veranstalter möchte ich ausdrücklich bescheinigen – noch deutlicher als Ihr kann man Gefahrenstellen nicht kennzeichnen – wer das übersieht und durchheizt ist selber schuld !!! Nun ging es wieder leicht bergauf Richtung Bundessstraße und nach deren Überquerung habe ich den Tipp eines einheimischen Teilnehmers vertraut und bin nicht die Schlammstrecke nach Königswalde gefahren sondern einen ca. 5km langen Umweg. Denn vor ebendieser Abfahrt hatte ich im Vorfeld echten Bammel da in den letzten Jahren hier immer wieder Kamikaze Piloten auch im hinteren Feld unterwegs waren und ich einen Sturz nicht riskieren wollte. Auf dem Marktsteig hinauf nach Annaberg und dann zum Pöhlberg merkte ich zum ersten Mal dass es dieses Jahr eventuell ohne Krämpfe und sonstige Ausfallerscheinungen abgehen könnte. Jetzt bildeten sich auch die Grüppchen die sich bis zum Fichtelberg – oder zumindest bis zum Oberstaubecken - immer wieder begegnen sollten. Zwischen Pöhlberg und Scheibenberg konnte ich immer wieder in kleinen Grüppchen mitfahren aber Kommunikation kam nicht zu Stande – irgendwie wollte jeder für sich treten. Wo war der nette Herr der Jahre 2002 +“X“, der am Berg in Walthersdorf die aktuelle Position durchgegeben hat? An der Scheibenbergauffahrt wartete wieder meine Frau zum Anfeuern und es ging wiederum zügig bergauf. Inzwischen setzte leichter Regen ein der bei gefühlten 5°C eher einer Eiswasserdusche ähnelte. Die Verpflegung auf dem Scheibenberg war wieder Spitze, eine lockere Stimmung in diesem Teil des Feldes und ab ging es hinunter zum Unterstaubecken Markersbach. Selbst die Steine und Wurzeln am Fuße des Scheibenberges waren dieses Jahr problemlos zu fahren. Und mein Gefühl vom Pöhlberg bestätigte sich wieder. In den Vorjahren machten sich entlang des Unterstaubeckens und auf der mäßig steilen Anfahrt zum Roßbachweg immer die ersten Verkrampfungen bemerkbar – in diesem Jahr war es eher so dass sich immer mal wieder „jemand“ an mich ran hängen konnte. Der kalte Nieselregen blieb uns aber leider erhalten. Das Training der letzten Wochen und die abgenommenen Pfunde zahlten sich aus. Ich konnte erstmals den Roßbachweg ohne Krämpfe, Absteigen und nicht auf dem letzten Ritzel durchtreten – und das Wetter wurde auch noch besser. An der Verpflegungsstelle schnell ein paar Bananen und Stücken Schokolade geschnappt und auf zur Umrundung des Oberbeckens. Sogar die Sonne hatte sich jetzt wieder sehen lassen – ein gutes Omen für den Rest? Ja! – das kann man so sagen – fast allein und damit komplett mit dem eigenen Tempo ging es hinunter zum Ephraimhaus. Wenn man als „alter 4 Hübel Hase“ nicht wüsste was dann noch kommt ließe sich diese Abfahrt wirklich genießen. Die Wege waren super im Vergleich zu manch anderem Jahr – auf dem letzten Stück musste man nur ein wenig vorsichtig fahren – kein Problem bei der super Ausschilderung. Der letzte Kontrollpunkt war erreicht – die Frage nach dem Rücklicht musste auch ich verneinen – bekam trotzdem meine letzten TÜV und auf ging es zum „letzten Gefecht“. Aber wie schon am Pöhlberg und am Roßbachweg ging es auch wieder fast von allein. Voller Verwunderung konnte ich vorn das mittlere Blatt drauflassen und hatte keinerlei Probleme. An diesem Tag konnte ich den Worten von Pfarrer Franz aus den Vorjahren folgen und dem „Rauschen der Bächlein“ bei der Auffahrt lauschen  Der Rest ist schnell geschrieben. Die letzte Verpflegungsstelle konnte ich auslassen, die Trinkflasche war noch fast voll und auf der Abfahrt ins Mittweidatal habe ich erneut - wie hinunter zum Ephraimhaus - das Ablegen meiner Handschuhe am Bärenstein bereut. Aber die Vorfreude auf das nahende Ziel ließ sich nicht mehr trüben. Die letzten 5km bringen nochmal ca. 350 Hm aber der Fichtelberg ist nah . Irgendwie hatte ich die weiße Ziege mit den 3,99km an anderer Stelle in Erinnerung – aber egal – auf den anschließenden Rollerstrecken konnte man sich nochmal leicht erholen und die Hoffnung, es könnte mit dem Ziel, unter 6h zu bleiben endlich was werden, wurde (fast) Gewissheit. Eine letzte Kehre nach links, die Wellenschaukel war erreicht – der Weg wurde wie erwartet schlechter, der Schotter grober, aber trotzdem konnte ich auf den letzten Metern einige Verfolger „auf Distanz“ halten – selbst nochmal hochschalten war möglich. Ohne dass ich genau wusste welche Zeit auf der Uhr stand nahm ich am Ziel die Glückwünsche meiner Frau und von Achim Schubert Sj. zur überstandenen Tour entgegen. Er konnte seine Enkeltochter nun schon zum 2. Mal als Bergkönigin beglückwünschen. Lisa – auch von uns an dieser Stelle Respekt und weiter viele sportliche Erfolge. Nun ganz schnell zum Auto – umziehen – endlich trockene Klamotten und ab nach Hause. Mein Gefühl hat sich dann am Dienstag beim Lesen der Zeiten bestätigt – 5h54min. Wie Ihr lesen könnt stellt sich bei manchem auch mit ca. 2,5h Rückstand zum Schnellsten der 4 Hübel Tour ein gutes Gefühl ein – getreu dem Motto „Dabeisein ist alles“. Mir ist es ein Rätsel wie man diese ca. 90km in dieser Geschwindigkeit und damit diesen Zeiten fahren kann und mein Respekt davor ist schier unendlich . Danke an dieser Stelle nochmals für die Top Organisation, die vielen freundlichen Helfer und die motivierenden Zuschauer und hoffentlich auf ein Neues 2015. Uwe Sendig VSV Fortuna Göltzschtal
    Uwe Sending
  • Lars Röder

    Meine Vier Hübel Tour 2014 – oder was Rad fahren mit Pizza backen gemeinsam hat - von Lars Röder

    In meiner jährlichen Radsaison, gehört die Vier Hübel Tour zum ultimativen Highlight für kräfteraubendes, schneller, höher und weiter radeln. Da ich sonst mit maximalen Renndistanzen nicht zu tun habe, sind die 85km und 2200hm auf Zeit schon eine maximale Ausreizung an mentaler und körperlicher Kraft. Ganz klar zählt bei meiner 3. Teilnahme eine Verbesserung der Vorjahreszeit, wo ich inkl. Platten 4:15:12 Std gefahren bin, zwingend im Vordergrund. Mit leichterem Rad und guter Vorbereitung müsste ich doch an die 4 Stunden ran radeln können…dachte ich. Am Wochenende zuvor reisten wir als Team 278km und 4451hm durch das Erzgebirge und die Tschechei. Nochmal eine gute Vorbereitung für die VHT…dachte ich. Nach dieser Ausfahrt fuhr ich ohne Pause sofort weiter und schonte mich nicht. Der Plan war, …weiter im Tritt bleiben, oder …die Form halten…dachte ich. Am Tag der VHT fuhren dann also Jürgen, Dirk, Erik und ich zum regnerischen Oberwiesental und parkten unsere Autos oben am Fichtelberghaus. Bei 6°C und Regen fuhren wir zum Start runter in den Ort. Aufgrund des Wetters entschied ich mich nach langem hin und her für Beinlinge und zusätzlicher Jacke. So geht es eigentlich nur Frauen vorm Kleiderschrank, wenn sie auf eine Geburtstagsfeier gehen. Als später nach dem Start die Sonne zum Vorschein kam, schwitzte ich so sehr, man hätte Gemüse unter meiner Jacke garen können. Ich dachte, suuuper Lars, das kann ja was werden. Mit Teamjacke, angerauten Beinlingen und Thermocreme schnaufte ich mich am Bärenstein in die Pulsspitzen und klang wie die Fichtelbergbahn. Das Gleiche wiederholte sich am sonnigen Pöhlberg und es überholte mich ein Fahrer nach dem anderen. Am Scheibenberg warteten geplanter Weise meine Eltern und ich riss mir Jacke, Kopftuch sowie lange dünne Handschuhe vom Leib und freute mich auf klimatisiertere restliche 40km. Doch als ich in Markersbach vom Unterbecken hinauf zum Oberbecken fuhr, merkte ich wie die Akkus in den Oberschenkeln zunehmend alle wurden. Der Blick aufs Navi sagte noch 25km und so wie ich mich dabei fühlte wurden die nicht easy. Ich nahm einen Gang raus und kurbelte etwas kraftsparender bis zum Oberbecken. Jetzt konnte ich etwas durchatmen und die Abfahrt bis zum Ephraimshaus war eine Wohltat für meine Oberschenkel. Jetzt nur noch ca. 20km, ja wenn diese nicht von 556 Meter Höhe auf 1174 gingen, wäre das kein Problem. Nach ein paar Kilometern meldete mein linker Oberschenkel Alarmzustand und ein Krampf traf mich wie ein Betäubungspfeil. Ich stand an der Auffahrt wie gelähmt und nix ging mehr. Ganz toll, und noch 15km bis zum Ziel. Doch jetzt war ich erstmal die Zielscheibe von Kommentaren anderer Biker. Mit „Mach dich locker“, oder „zieh nicht so ein verkrampftes Gesicht“ fühlt man sich nicht besser. Doch als ich weiter Richtung Tal schaute traute ich meinen Augen nicht. Es näherte sich ein Mädchen auf dem Rad und ich dachte den Gipfel an Scham erreicht zu haben. Um das Rad wegen einem Fake-Platten auf den Kopf zu stellen oder eine Blasenschwäche am Baum vorzutäuschen, konnte ich mich ja in diesem Moment nicht bewegen. Ich lächelte nur kurz und mein Selbstbewusstsein lief auf Grund. Wenn jetzt nicht zufällig ein künstlicher Fingernagel einreist, oder sich mindestens 50 Freundschaftsanfragen via Facebook bei ihr melden bin ich geliefert. Mein Bro-Codex 153 „Gewinne immer vor einer Frau“ wird gerade gebrochen. Ich bilde mir ein, Sabine Spitz fährt im Erzgebirge Under Cover und stieg wieder aufs Rad. Beim Durchgang der körperlichen Checkliste sprang die gerade noch rot blinkende Oberschenkel-Warnleuchte wieder auf gelb und weiter gings. Als dann noch 10km vorm Ziel am Pfahlberg es mit Regen und 6°C echt ungemütlich wurde, sehnte ich mir meine abgegebenen Kleidungsstücke wieder herbei. Noch nie hab ich mir so sehr gewünscht bald im Ziel zu sein. Daran konnte diesmal die weiße Ziege, 4km vorm Ziel, auch nichts ändern. Kurz vorm Ziel fuhr ich dann auf dem asphaltierten Sudeterweg in Richtung Reitsteig. Na toll dachte ich, wenn es diesmal dort die letzten Meter für die Zuschauer geben soll, kann ich mir jemand für meine entkrampfenden Dehnungen raussuchen. Doch die Strecke bog wieder ab Richtung alten Weg und mit Hilfe meines kleinen linken Rettungsringes erreichte ich nach 4:28:11 Std das Ziel. Ich schnallte mit eiskalten Fingern das Rad auf den Träger, zog mir trockene Sachen an und freute mich auf meinen Teller Nudeln. Als dann im Abstand Jürgen, Dirk und Erik ins Ziel kamen war ich froh alle unverletzt zu sehen und wir verspeisten unsere Nudeln zusammen im warmen Fichtelberghaus. Am Ende bin ich etwas unzufrieden, da ich mein Ziel auch ohne Platten nicht geschafft habe und mich diesmal mehr gequält hatte als letztes Jahr. Ich hätte mich nach unserer Transost mehr erholen sollen und Kräfte sammeln müssen. Denn einen richtigen Pizzateig macht man auch einen Tag vorher, lässt ihn ruhen bis es später heiß zur Sache geht. Vielen Dank an die Organisation und alle Helfer für diese geile Quälerei, sowie an Lisa Schubert vom MEDICA Triathlon Team Leipzig die meinen Ehrencodex gebrochen hat, top Leistung, Glückwunsch!!! Mit sportlichem Gruß, Euer Lars
    Lars Röder